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Häftlings-Tod wirft Fragen auf

19.10.2018

Gut einen Monat ist es her, dass es in einem Gefängnis am Niederrhein gebrannt hat. Zwei Wochen später starb ein Häftling an seinen Verletzungen. Die NRW-Regierung steht deswegen unter Druck - und der hat jetzt nochmal gehörig zugenommen.

Warum?

Weil die Darstellung der NRW-Regierung falsch sein könnte. Sie geht davon aus, dass der syrische Häftling den Brand wohl selbst gelegt hat, um sich umzubringen. Dem widersprechen jetzt Informationen, die der WDR bekommen hat. Denen zufolge hat der Häftling offenbar aus seiner Zelle heraus Alarm geschlagen - ohne rechtzeitig gerettet zu werden.

Und jetzt?

Fordert die SPD, dass Justizminister Biesenbach von der CDU zurücktritt. Die Grünen gehen nicht ganz so weit. Sie werfen Biesenbach aber vor, nicht alles zu sagen, was er über den Fall weiß. Sein Sprecher weist das zurück. Fest steht: Der 26-jährige Syrer saß zu Unrecht in Haft - nach einer Verwechslung. Wie das passieren konnte, ist nach Meinung der Opposition auch noch nicht gut genug aufgeklärt.