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Erstes Mordurteil gegen Raser aufgehoben

01.03.2018

Der BGH hat das erste Mord-Urteil in Deutschland gegen Raser gekippt. Die beiden Männer waren mit bei einem illegalen Rennen mit fast 170 Sachen durch Berlin gerast und ignorierten auch rote Ampeln. Dabei kam zu einem Unfall mit einem anderen Auto. Dessen Fahrer starb.

Krass.

Das fanden die Richter eines vorangegangen Gerichts auch. Sie sagten, die 24 und 26 Jahre alten Männer hätten in Kauf genommen, dass Unbeteiligte sterben könnten. Sie verurteilten die Raser deshalb wegen Mordes zu lebenslang Gefängnis. Zum ersten Mal in Deutschland. Das hatte für Aufsehen gesorgt.

Und weiter?

Dagegen wehrten sich die beiden Raser. Sie zogen bis vor das höchste deutsche Zivilgericht, den BGH. Und die Richter dort sagten heute: der Vorsatz kann nicht belegt werden. Man kann ihnen also nicht nachweisen, dass sie den Tod anderer in Kauf genommen haben. Deshalb muss von fahrlässiger Tötung ausgegangen werden.

Und jetzt?

Jetzt geht der Fall wieder zurück an das Landgericht Berlin. Für die beiden Raser heißt das: Sie können davon ausgehen, dass ihre Strafe milder ausfällt.

😯

Das Urteil hat aber Auswirkung auf alle laufenden und künftigen Fälle. Denn es bedeutet nicht, dass Raser generell nicht als Mörder verurteilt werden können. Es kommt auf den Einzelfall an.