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Kölner Raser müssen doch ins Gefängnis

22.03.2018

Hier in Köln ⬆️ starb vor drei Jahren eine 19-Jährige Radfahrerin bei einem Unfall, weil zwei Männer sich ein illegales Autorennen geliefert hatten.
Die beiden Raser müssen dafür jetzt doch ins Gefängnis.

Wieso "doch"?

Das Kölner Landgericht hatte sie damals wegen fahrlässiger Tötung nur zu Bewährungsstrafen verurteilt. Heißt: Die Männer mussten nicht ins Gefängnis.
Das oberste deutsche Strafgericht, der Bundesgerichtshof, hat sich den Fall dann aber nochmal angeschaut und das Urteil teilweise gekippt.

Warum genau?

Die Bundesrichter fanden, dass das Urteil sehr mild war und dem Gerechtigkeitsgefühl der Menschen heftig entgegensteht. Außerdem haben sie gesagt, dass der Unfall nicht fahrlässig passiert ist, weil die Männer das Rennen mit Absicht gefahren sind und das extrem gefährlich war. Sie haben deshalb ihre Kölner Kollegen vom Landgericht aufgefordert, nochmal neu über das Urteil zu verhandeln.

Jetzt also Knast?

Ja, das Gericht hat die Bewährung zurückgenommen. Einer der beiden Männer muss jetzt zwei Jahre, der andere ein Jahr und neun Monate ins Gefängnis.
Übrigens hat dieser Fall auch dafür gesorgt, dass Rasen in Deutschland inzwischen generell härter bestraft wird. Letzten Sommer hatte der Bundestag beschlossen, dass rücksichtslose Raser ins Gefängnis kommen können - auch wenn kein Unfall passiert.
Das Gesetz hat bei diesem Fall aber keine Rolle gespielt, weil es bei dem Unfall noch nicht galt.