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Gericht entscheidet über virtuellen Nachlass bei Facebook

11.07.2018

Der Bundesgerichtshof entscheidet heute über eine wichtige Frage für Facebook-Nutzer. Es geht darum, ob jemand nach dem Tod eines Nutzers Zugriff auf dessen Konto bekommen kann. Geklagt haben die Eltern einer 15-Jährigen.

Worum geht es ihnen?

Ihre Tochter war Ende 2012 in Berlin vor eine U-Bahn gestürzt. Bis heute ist nicht klar, ob es ein Unfall oder Selbstmord war. Die Eltern hoffen, dass sie Hinweise darauf in den Messenger-Nachrichten ihrer Tochter finden. Sie haben zwar wohl das Passwort, kommen aber nicht ins Profil.

Wieso das nicht?

Facebook hat die Seite der 15-Jährigen eingefroren - im Gedenkzustand. 🕯️ Dadurch wird die Seite zu einer Art Kondolenzbuch für Freunde der Toten. Und Facebook weigert sich, den Eltern als Erben die Konto-Inhalte frei zu geben. Die sind deswegen bis vor den Bundesgerichtshof gezogen! ⚖️

Keine klaren Regeln?

Briefe oder Tagebücher dürfen Erben zum Beispiel lesen. ✉️📖 Aber bei digitalen Inhalten wie Emails, Chats oder Fotos in einer Cloud ist völlig unklar, was damit nach dem Tod eines Nutzers passiert. Experten hoffen jetzt darauf, dass der BGH ein Grundsatzurteil zum digitalen Nachlass fällt. 👩‍⚖️