1LIVE Informant

Tatverdächtiger in Chemnitz ist wieder frei

18.09.2018

Du erinnerst dich sicher: Im August war in Chemnitz ein 35-Jähriger erstochen worden - die Verdächtigen sind Ausländer. Rechte Gruppen nutzten das für Proteste und Hetze gegen Flüchtlinge. Es gab auch Gegendemos. Einer der Verdächtigen darf jetzt die U-Haft verlassen.

Wieso das?

Sein Anwalt hat das durchgesetzt. Er sagt, dass es nicht genug Beweise dafür gibt, dass der 22-Jährige Iraker an der Tat wirklich beteiligt war. Auch die Staatsanwaltschaft Chemnitz räumt ein, dass es dafür weder Zeugen noch Spuren gibt. Und da in Deutschland die Unschuldsvermutung gilt, darf er nicht weiter festgehalten werden.

Wie geht's weiter?

Der Anwalt fordert Schutz für den 22-Jährigen. Hintergund: Nach der Tat in Chemnitz gab es Übergriffe auf Ausländer. Rechtspopulisten gingen auf die Straße. ⬆️ Und: Der Haftbefehl gegen einen Verdächtigen landete im Netz, eine rechte Gruppe veröffentlichte auch die vollen Namen der beiden Verdächtigen. Deswegen hat der Anwalt Sorge vor Selbstjustiz.

Polizeischutz?

Nein, den wird der Verdächtige wohl nicht bekommen. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass es aber andere Sicherheitsmaßnahmen gibt, um den Mann vor möglichen Angriffen zu schützen.