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Ermittler in Halle sprechen von Terror

10.10.2019

Deutschlands höchster Ermittler hat heute klargemacht, was aus seiner Sicht in Halle in Sachsen-Anhalt passiert ist. Generalbundesanwalt Frank sagte: "Was wir erlebt haben, war Terror!" - bei seinem Auftritt mit Justizministerin Lambrecht ⬆️. Der Beschuldigte für die Tat hat wohl nicht nur zwei Menschen erschossen und versucht, eine Synagoge zu stürmen. Er soll auch mehrere Kilo Sprengstoff im Auto gehabt haben.

Was wollte er?

Möglicherweise ein zweites Christchurch. Nach Aussage der Ermittler wollte der mutmaßliche Täter den Anschlag in Neuseeland nachahmen. Bei dem hatte es im März 51 Tote und viele Verletzte gegeben. Die Bundesanwaltschaft sagt: In Halle war ein Massaker in der Synagoge geplant.

Und jetzt?

Für den Täter ist Haftbefehl beantragt und auf ihn kommt wohl ein Mordprozess zu. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord und versuchten Mord in neun weiteren Fällen vor. Denn nachdem er zwei Menschen vor der Synagoge erschossen hatte, soll sich der Beschuldigte auch einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert haben.

Wie ist es in Halle?

Dort gab es heute Gedenken für die Opfer. Bundespräsident Steinmeier war heute da und hat am Tatort an der Synagoge einen Kranz niedergelegt. Er sprach davon, dass das jüdischen Leben in Deutschland mehr denn je geschützt werden muss. Justizministerin Lambrecht hat heute auch angekündigt, mehr für den Schutz von Juden in Deutschland tun zu wollen. Innenminister Seehofer nannte die Tat heute eine "Schande für unser ganzes Land".