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Weniger Haft-Suizide durch künstliche Intelligenz

22.10.2019

Ob schuldig oder nicht - wer ins Gefängnis muss, hat in seinem Leben oft einen Tiefpunkt erreicht. Da kommt es vor, dass Häftlinge sich aus Verzweiflung das Leben nehmen wollen. Allein in NRW haben sich 2018 elf Häftlinge in ihren Zellen umgebracht.

Wachsendes Problem?

Nein. Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Trotzdem will NRW-Justizminister Biesenbach dafür sorgen, dass so etwas gar nicht mehr vorkommen kann. Zusätzlich zu den Sicherheitsmaßnahmen, die es jetzt schon gibt, soll dabei ein intelligentes Computer-Programm helfen.

Was kann das?

Die Software soll gefährliche Gegenstände erkennen. Also sowas wie Messer, Scheren oder auch ein Seil, das zu einer Schlinge geknotet wurde. Außerdem soll es die Mimik und Gestik der Gefangenen auswerten. Wenn es Gefahren erkennt, schlägt es Alarm. Bis das soweit ist, muss das Programm aber erst mal "lernen".

Was denn?

Es gibt erst mal eine Testphase, in der wird das Programm mit Tausenden Funktionen gefüttert - mit Fotos von den gefährlichen Gegenständen, aber auch mit den verschiedenen Arten, mit denen Häftlinge sich in den letzten Jahren das Leben genommen haben. Falls das Programm funktioniert, könnte es die aufwendige Überwachung durch Wärter ersetzen.