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Gericht setzt Zeichen mit Missbrauchs-Urteil

24.10.2019

Ein Lehrer aus Bonn muss ins Gefängnis - er hatte über ein Jahr lang mit Mädchen im Netz gechattet. Dabei überredete er sie zu sexuellen Handlungen, zeichnete die Live-Videos auf und speicherte sie auf seinem Rechner. Dort fanden sie Ermittler bei einer Hausdurchsuchung letztes Jahr - neben kinderpornografischen Dateien. Die Opfer des Lehrers waren zwischen acht und zwölf Jahre alt.

Krasser Fall!

Das fand auch der Richter. Und deswegen wollte er ein deutliches Zeichen setzen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern: Er hat den Lehrer zu einer Haftstrafe verurteilt, obwohl die Staatsanwaltschaft nur eine Bewährungsstrafe gefordert hatte. Der Richter sagt aber: "Es muss sich rumsprechen, dass es für Delikte, die so massiv sind, keine Freiheitsstrafe mit Bewährung mehr gibt."

Wie lang Gefängnis?

Der Lehrer muss für zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Außerdem verliert der 43-Jährige seinen Beamtenstatus und damit alle seine Ansprüche auf eine Pension. Ursprünglich war er sogar in deutlich mehr Fällen angeklagt. Bei einigen Opfern in den Videos konnte aber nicht sicher geklärt werden, ob die Mädchen jünger als 14 und damit Kinder waren.