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Überlastung bei einigen Jugendämtern in NRW

19.05.2019

Ich hab dir schon viel von dem Fall erzählt: In Lügde soll ein Mann mit mehreren Komplizen über Jahre hinweg viele Kinder missbraucht haben. Der Fall hat auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil wohl Hinweise auf den Missbrauch beim Jugendamt untergegangen sind. Eine Umfrage vom WDR zeigt jetzt: viele Jugendämter sind auf solche Fälle nicht gut vorbereitet.

Inwiefern?

Der WDR hat alle 186 Jugendämter in NRW gefragt, wie sie personell aufgestellt sind, um bei Missbrauchshinweisen zu helfen. Ergebnis: Einige Jugendämter sind extrem überlastet. In Rösrath zum Beispiel betreut ein Mitarbeiter im Schnitt rund 100 Fälle - zu viel, um sich um jedes Kind intensiv zu kümmern. Ähnlich sieht es im Kreis Siegen-Wittgenstein aus.

Wo läuft's besser?

In Goch, Erkelenz und Schwerte betreut ein Mitarbeiter beim Jugendamt um die 20 Fälle. Sie können deshalb wohl schneller reagieren, wenn es Hinweise auf sexuellen Missbrauch gibt. Im letzten Jahr hat es in NRW mindestens 566 Verdachtsmeldungen auf sexuelle Gewalt gegen Kinder gegeben.