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Tiere bekommen weiter oft Antibiotika

28.05.2019

Tiere in deutschen Ställen bekommen offenbar immer noch oft Antibiotika. Das Landwirtschaftsministerium hat gecheckt, wie gut ein Gesetz wirkt, dass seit fünf Jahren gilt. Es sollte eigentlich dafür sorgen, dass die Tiere weniger Medikamente bekommen.

Wie ist die Lage?

Nur bei den Schweinen hat sich wirklich was getan: Sie kriegen etwa 40 Prozent weniger Antibiotika. Bei Hühnern, Puten und Rindern sind die Zahlen quasi gleich geblieben. Das Problem: Wenn zu viel Antibiotika eingesetzt werden, könnten sich Resistenzen bilden - sodass bestimmte Medikamente dann auch beim Menschen nicht mehr wirken könnten.

Nicht verboten?

Nein, Antibiotika in der Masttierhaltung sind prinzipiell erlaubt. Die Tiere kriegen sie teilweise aber auch vorab, damit sie gar nicht erst krank werden können. Die Grünen kritisieren das und sagen: Wenn die Tiere in der Masthaltung mehr Platz hätten, würden sie seltener krank werden - und man bräuchte weniger Mittel.

Was steht im Gesetz?

Seit das Gesetz gilt, müssen Landwirte alle halbe Jahr melden, wie viel Antibiotika sie den Tieren geben. Wenn das zu hoch wird, können die Behörden sie verpflichten, zum Beispiel was an der Haltung zu ändern. Kritiker sagen, dass man viele Antibiotika lieber ganz verbieten sollte und die aktuellen Regeln zu lasch sind.