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Negativpreis für Datenschutz geht nach NRW

08.06.2019

"Nein, gar nicht cool!" Das ist die Message vom Big-Brother-Award. Ein Negativpreis, den Datenschützer vergeben - dahinter steht der Bielefelder Verein "Digitalcourage". Eine der Auszeichnungen bleibt dieses Jahr in NRW: Die Aachener Firma "Precire" bekommt ihn.

Warum?

Die Firma verkauft Software, die unsere Sprache analysiert: Künstliche Intelligenz untersucht Emotionen in der Stimme und will so Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Menschen ziehen. Die Datenschützer sehen das zum Beispiel in Bewerbungsgesprächen kritisch. Oder in Call Centern, wenn die Anrufer von der Software eventuell nicht einmal etwas wissen.

Weitere Preisträger?

Ja, insgesamt gibt es fünf und er hier ⬆️ ist auch dabei: Peter Beuth, Innenminister in Hessen. Für die hessische Polizei hat er eine Analyse-Software von einer amerikanischen Firma angeschafft. Die Datenschützer sehen das kritisch, weil das Unternehmen mit dem US-Geheimdienst CIA zusammenarbeiten soll.

Wer entscheidet?

Die Jury der Big-Brother-Awards besteht aus Menschenrechtlern, Computerexperten, Daten- und Verbraucherschützern. Der Negativpreis wird seit 2000 jedes Jahr verliehen.