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Gericht fällt erstes Lügde-Urteil

17.07.2019

Seit gut einem halben Jahr bewegt der Missbrauchs-Skandal von Lügde viele Menschen in NRW und Deutschland. Jetzt gibt es das erste Gerichtsurteil. Ein Mann hat zwei Jahre auf Bewährung bekommen. Heißt: Er soll nicht ins Gefängnis. Eine deutlich niedrigere Strafe als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Was hat er gemacht?

Auf dem Campingplatz in Ostwestfalen soll er zwar nie selbst gewesen sein. Aber: Er hat mehrmals per Webcam zugesehen, wie ein Mädchen missbraucht wird. Dabei hat er Anweisungen gegeben. Urteil: Anstiftung und Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch und Besitz von Kinderpornografie. Ermittler hatten bei ihm tausende Fotos und Videos gefunden.

Mildes Strafmaß?

Gemessen an der Forderung der Staatsanwaltschaft: ja. Sie hatte auf zwei Jahre und neun Monate plädiert. Das hätte Haft bedeutet. Die Anwältin der Opfer-Familie wollte fünf Jahre. Die Bewährungsstrafe war die Forderung der Verteidigung. Während der Bewährung muss der 49-Jährige in Therapie.

Bewährung - warum?

Das Landgericht Detmold sagt: Weil der Mann aus Niedersachsen gestanden hatte und selber kein Kind missbraucht habe - anders als die zwei anderen angeklagten Männer. Die Prozesse gegen sie laufen. Es geht um hundertfachen Missbrauch an mehr als 40 Kindern.